Verein


In den 80er-Jahren wurde in Nordrhein-Westfalen im Ministerium für Stadtentwicklung ein Modell zur Errichtung Öffentlicher Begegnungsstätten entwickelt. Sicher etwas, was vor 30 oder 40 Jahren kaum denkbar gewesen wäre. Gab es damals doch noch viele Gebiete, Räume und Bereiche in denen sich Menschen öffentlich trafen und begegneten, sei es in einem der vielen Festsäle im Stadtteil, beim Flanieren am Sonntagnachmittag im Stadtzentrum oder mit Tausenden von Gleichgesinnten beim Lokalderby auf dem Fußballplatz.

Kaum vorstellbar für viele, die diese noch gar nicht so weit zurückliegenden Zeiten nicht mehr selbst erlebt haben. Insbesondere mit der Einführung des Fernsehens veränderte sich die Welt und das Verhalten der Menschen. Heute kommen Computer und andere multimediale Alltagsgegenstände dazu. Das Maß der Vereinsamung hat deutlich zugenommen. Staatliche Stellen müssen sich bemühen, die Menschen in Stadtteilen wieder zusammenzuführen, Begegnungen zu ermöglichen.

Das ist Ausgangsszenario. Es entstand die Idee, dass allmählich in einen Dornröschenschlaf verfallende Volkshaus in Röhlinghausen zu beleben, es zu einer Öffentlichen Begegnungsstätte umzufunktionieren.

Das Haus sollte im sportlichen, gesundheitlich-sozialen und sozio-kulturellen Bereich genutzt werden. Eine solche Nutzung entsprach dem Trend in der Sportentwicklung (Sport in alternativen Räumen mit geselligem Aspekt), als auch dem sozialen Trend einer stärkeren Stadtteilorientierung mit mehr Bürgernähe und Bürgerkommunikation.
Insbesondere die örtliche SPD machte sich für eine solche Umgestaltung des Hauses stark. Die Idee fiel aber auch innerhalb der Verwaltung bei der damaligen Sportdezernentin, Ilse Stiewitt, und ihren Mitarbeitern auf fruchtbaren Boden. In den nächsten Jahren wurde die Idee einer Öffentlichen Begegnungsstätte Volkshaus Röhlinghausen weiter konkretisiert. Insbesondere Dr. Peter Rummelt, der ein Nutzungskonzept für das Haus entwickelte, die neue Sportdezernentin Dr. Dagmar Goch, Sportamtsleiter Reinhard Michalak, Lothar Sommer und Jürgen Cokelc vom Stadtsportbund warben für ein Konzept, das die Errichtung eines Trägervereins, in dem Sportvereine wiederum das Rückgrat bilden, vorsah. Es dauerte Jahre, bis ein klares, tragbares Konzept gefunden werden konnte. Es setzte sich die Erkenntnis durch, dass ohne eine hauptamtliche Kraft im Hause ein Funktionieren der Konzeption nicht zu erreichen war. Insbesondere beim Turnverein Wanne 1885 e. V. fand die Idee viele Befürworter. In dieser Phase war es insbesondere Günter Varney, später auch 1. Vorsitzender des Vereins, der andere mitriss. Schließlich bildeten drei Sportvereine und der Stadtsportbund Herne e. V. den Kern der Gründungsmitglieder des Trägervereins.

Die Vereinssatzung konnte letztlich am 25.10.1994 unterzeichnet werden.